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Wasser ist ein hervorragendes Lösungsmittel. Viele Substanzen
lösen sich in Wasser, andere lassen sich mit reinem Wasser
unter etwas mechanischer Einwirkung leicht von der Haut oder
von Textilien entfernen.
Chemisch betrachtet ist Wasser ein polares Lösungsmittel,
d.h. die Wassermoleküle sind nicht elektrisch neutral
sondern verhalten sich wie ein Dipol. Das liegt daran, dass
das Wassermolekül aus zwei Wasserstoff-Atomen und einem Sauerstoff-Atom
aufgebaut ist, die in einem Winkel von 104,5 Grad zueinander
stehen.
Durch die starke Bindungskraft des Sauerstoffatoms sind die
Bindungselektronen des Wasserstoffs zum Sauerstoff verschoben.
Es ergibt sich eine stärkere negative Ladung auf der
Seite des Sauerstoffs, eine leicht positive auf Seiten des
Wasserstoffs. Zusammen mit der gewinkelten Anordnung der Wasserstoffatome
wirkt das einzelne Molekül nach außen hin elektrisch
polar.
Wasser kann deshalb andere Stoffe gut lösen, die nach
außen hin eine Ladung haben.
Salze zum Beispiel bilden
im Wasser einzelne Ionen. Ionen sind einzelne Atome mit einer Ladung.
Die negativ geladenen Ionen, die Anionen, werden von Wassermolekülen
umgeben. Die Molekül wenden den Anionen ihre positive
Seite zu, also die Wasserstoffatome. Die positiven Ionen,
die Kationen, werden von Wassermolekülen umgeben, die
ihnen die negative Seite mit dem Sauerstoffatom zuwenden.
Ein gutes Beispiel ist das Kochsalz, NaCl. Ein Kochsalz-Molekül besteht aus einem positiv geladenen Natrium- und einem negativ geladenen Chlor-Ion, beide ziehen sich aufgrund der unterschiedlichen Ladung stark an. Viele Natrium- und Chlor-Ionen ordnen sich in einer kubischen Gitterstruktur an und bilden einen Kristall. Salze lösen sich im Wasser. Der Grund dafür ist der polare Charakter des Wassers. Beim Lösungsvorgang kommt es zu einem Aufbrechen des Ionengitters der Kristalle. Kochsalz zerfällt im Wasser in einzelne Na+ und Cl-Ionen, die dort jeweils von Wassermolekülen
umgeben sind.
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