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Wie
werden Gräser und Kräuter zu Milch?
Um der pflanzlichen Nahrung Nährstoffe entziehen
zu können, verfügt die Kuh über ein
weitaus komplizierteres Verdauungssystem als der Mensch.
Gräser und Kräuter werden abgerupft und
zermahlen. Zusammen mit dem Speichel landen sie dann
erst mal im Vormagen, dem sogenannten Pansen. Dieser
hat ein Volumen von 100-180 Litern. Im Vormagen befindet
sich eine große Menge an Bakterien, die vor
allem den für die Kuh unverdaulichen holzigen
Bestandteil der Pflanzen, die Zellulose, abbauen kann.
Ohne deren Hilfe könnte die Kuh ihr Futter nur
sehr unzureichend verwerten.

Milchkuh auf der Wiese © dpa
Vom
Pansen wandert der Nahrungsbrei in einen speziellen
Teil des Vormagens, den Netzmagen. In dessen gitterartigen
Falten werden aus dem Brei kleine Kügelchen geformt,
die durch Aufstoßen portionsweise wieder ins
Maul der Kuh befördert werden. Das ist nötig,
damit die Nahrung weiter zerkleinert werden kann.
Diesen Vorgang nennt man Wiederkäuen.
Die nach dem Wiederkäuen erneut verschluckte
Nahrung landet im Blättermagen. Hier erst findet
die eigentliche Nährstoffgewinnung für die
Kuh statt. Mit Hilfe von Fermenten (Enzymen) wird
der Nahrungsbrei weiter verdaut und ein Teil der darin
enthaltenen Nährstoffe abgespalten. Im letzten
Teil des Magens, dem Labmagen, findet dann noch die
Verdauung des in der Nahrung enthaltenen Eiweißes
statt.
Im Darm, der an den Labmagen anschließt, werden
dem Nahrungsbrei dann die freigelegten Nährstoffe
und das Wasser entzogen und vom Blut weitertransportiert.
Die mit dem Blut transportierten Nährstoffe gelangen
auch ins Euter. Dort werden sie von dem Milchdrüsen
isoliert und in Milch umgewandelt, wobei das Milchfett
nicht aus der Nahrung stammt, sondern an Ort und Stelle
"frisch" synthetisiert wird.
Die
Milchproduktion in den Milchdrüsen ist wie bei
jedem Säugetier, so auch bei der Kuh, unmittelbar
an eine Schwangerschaft und Geburt gekoppelt. Die
Kuh muss also kalben, um gemolken werden zu können.
In der Milchwirtschaft wird das Kalb nach wenigen
Tagen nicht mehr von der Mutter gesäugt, sondern
mit Ersatzmilch aus pflanzlichen Eiweißen großgezogen.
Eine Kuh gibt über einen sehr langen Zeitraum
Milch, vorausgesetzt, sie wird regelmäßig
gemolken. Wird dies versäumt, versiegt der Milchfluss,
die Kuh wird "trockengelegt".
Die modernen hochgezüchteten Milchkühe kommen
auf eine Milchleistung von ca. 5.500 Litern pro Jahr,
vor 150 Jahren betrug die Milchjahresleistung lediglich
1.200 Liter.
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