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Waka ama - Bootrennen der Maori in Neuseeland

Waka ama, das Bootrennen der Maori

Vor vielen tausend Jahren ging der Halbgott Maui auf Fischfang in seinem Waka, seinem Boot. Am Haken hing ein Riesenfisch. Aus diesem Fisch wurde die Nordinsel Neuseelands und aus Mauis Boot die Südinsel. So der Schöpfungsmythos der Maoris. Noch heute nennen sie ihr Land "Te waka a maui" - Mauis Boot. Den Spuren des Halbgottes Maui folgend kamen die polynesichen Vorfahren der Maori vor etwa 1200 Jahren nach Neuseeland. Die Polynesier waren großartige Navigatoren - sie durchquerten den Pazifik in einfachen Auslegerbooten, den Strömungen, Sternen und Walen folgend.


Ein Versuch an diese seefahrerischen Wurzeln anzuknüpfen ist "Waka ama" - Wettrennen in den modernen "Nachfahren" der traditionellen Auslegerboote. Von kurzen Distanzen über 2 km bis hin zu Distanzen von 20 km wird gepaddelt. Dieser Sport - mittlerweile im ganzen Südpazifik populär - wird in Neuseeland fast ausschließlich von Maoris betrieben - Weiße sind hier ausnahmsweise in der Minderheit.


Der Film portraitiert drei Maori, die sich für das berühmteste der Rennen, das Marathon-Rennen über 20 km qualifiziert haben und für die "Waka ama" mehr als nur ein Sport ist.
Yvette, 36 Jahre, ernährt sich und ihre Familie mit Kellnern - für sie ist dieser Sport wichtig für ihr Selbstbewusstsein, denn als Maori-Frau gilt man in der von den Weißen bestimmten Gesellschaft Neuseelands nicht sehr viel. "Überlebenswichtig" wurde Waka ama für Adam, 16 Jahre alt, aufgewachsen in den Straßen von Gisborne. Die Schule abgebrochen, Autodiebstahl, Drogenbesitz, Jugendstrafe - Adams Biografie ist keineswegs untypisch für junge Maori. Adams Glück: Er wurde von Greg aufgelesen, der Jugendliche von der Straße holt, ihnen Jobs vermittelt und ihnen Paddeln beibringt.


Mittlerweile ist Adam einer der besten Waka-ama-Fahrer Neuseelands. Greg bringt seinen Schützlingen jedoch nicht nur das Paddeln bei - er bringt sie in Kontakt mit ihrer eigenen kulturellen Herkunft. Waka ama - das ist für Greg ein politisches Signal, ein Zeichen der Selbstbehauptung: "Es erinnert mich daran, wer ich bin, wo ich herkomme und dass ich Maori bin. Ich bin Teil des Meeres; auf dem Wasser zu sein, ist mein kulturelles Erbe."


Ein Film von Sabine Willkop


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