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Pelota - die Entstehung

Pelota ist so beliebt wegen der Gummiindustrie. Im 19. Jahrhundert verbreiteten sich plötzlich überall die kleinen elastischen Bälle, die blitzschnell von Boden und Wänden zurücksprangen und dem Pelotaspiel enorme Dynamik und Schnelligkeit verliehen. Vorher hatten die Basken auch mit Ball und Schläger gespielt, allerdings gemächlicher. Das römische Pila, das sich später in eine Art Tennis, Jeu de Paume genannt, verwandelte, war der Vorläufer des modernen Pelota. Die Basken spielten besonders gerne "bite luzea", eine schnelle Variante des Jeu de Paume.


Aber nun, mit den neuen schnellen Gummibällen, eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten. Man spielte nicht mehr über das Netz, sondern Mann gegen Mann an Wände und Boden.


Kirchturm

Häufig musste auch die Kirchenwand herhalten, was den Priestern gar nicht gefiel. Pelota wurde das Spiel der Basken. Heute gibt es in jedem baskischen Dorf drei Dinge: eine Kirche, einen Friedhof und einen "fronton", das Pelotaspielfeld.


Die kleinen schnellen Gummibälle sind nicht ungefährlich. In der Geschichte des Pelota gab es viele verletzte Spieler und auch einige Todesfälle. Heute sorgt die Helmpflicht für einige Sicherheit auch wenn manche Veteranen höhnen, dass so die Spieler verweichlichten.


Im 19. und 20 Jahrhundert verliessen viele Basken wegen fehlender Zukunftsperspektiven, Armut und Hunger ihr Land und wanderten nach Amerika aus.


So kam das Pelotaspiel auch in die USA, wo es sich schnell verbreitete. Nicht zuletzt die Möglichkeit bei den Spielen zu wetten sorgte für Popularität bei den Zuschauern.


Mit der Gründung des Internationalen Baskischen Pelotaverbandes 1929 wurde Pelota zu einem institutionalisierten Sport mit festen Regeln, Turnieren und Meisterschaften.


Dreimal war Pelota sogar bei den Olympischen Spielen vertreten, allerdings nur als Demonstrationsssportart für die keine Medaillen vergeben werden. Trotzdem sorgten die Vorführungen in Paris (1924), Mexiko (1968) und Barcelona (1992) für große Begeisterung und machten Pelota international bekannt.


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