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Zum Glück, Themenwoche 2013, ARD LogoUnterricht Ethik Mordskerle
Philipp und Stefan, zwei Bein- und eine Handprothese, im Hintergrund ein verunglücktes Motorrad. Rechte: SWR

Im Mittelpunkt dieser Unterrichtseinheit steht die zweiteilige Filmreihe "Mordskerle - Zwei Jungs kämpfen sich zurück ins Leben". Die Dokumentation begleitet Stefan und Philipp, die beide bei Unfällen mehrere Gliedmaßen verloren haben, auf ihrer Suche nach einer neuen Normalität. Die Auseinandersetzung mit den harten Schicksalsschlägen der Jugendlichen regt die Schülerinnen und Schüler an, darüber nachzudenken, was im Leben wirklich wichtig ist. Damit eröffnet die Unterrichtseinheit einen neuen Zugang zur Selbstreflexion und neue Perspektiven für die eigene Suche nach Glück und Sinn des Lebens. Außerdem sensibilisiert der Film für den Umgang mit Krisen.

Die Methoden kommen überwiegend aus der szenischen Interpretation. Sie helfen den Schülerinnen Gefühle und Gedanken auszudrücken, die nicht so leicht verbalisiert werden können. Sie zwingen die Schülerinnen und Schüler zum Perspektivwechsel und erleichtern damit den Zugang zu der eher abstrakten Thematik von Lebensglück und Sinnsuche.

Angesprochene Themen:

  • Glück und Lebenssinn
  • Umgang mit Krisen und Schicksalsschlägen

Jahrgangsstufen

  • Klassen 7 bis 10

Die Filme:

  • Mordskerle - Zwei Jungs kämpfen sich zurück ins Leben
    Zweiteilige Filmreihe bei Planet Schule (2 x 30 min.)
    Sendereihe: Mordskerle


Einstieg mit Zettellawine

Am Anfang stehen die Meinungen der Schülerinnen und Schüler. Sie sollen spontan die Frage beantworten "Was braucht man, um glücklich zu sein?". Die Antworten werden zunächst unkommentiert in Form einer Zettellawine aufgegriffen. Genauere Hinweise dazu finden Sie in den Didaktiktipps auf AB1 "Zettellawine". Der Einstieg beeinflusst Erwartungshaltung und Blickwinkel, unter denen die Schülerinnen und Schüler den Film betrachten. Erst danach sieht die Klasse Teil I des Films. Das Schicksal der beiden Jungen ist hart, deshalb sollte nach dem Ansehen des Films zunächst Raum für spontane Äußerungen und eine offene Diskussion sein, bei der alles zur Sprache kommt, was den Schülern wichtig ist.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Zettellawine


Rollenspiele

In Rollenspielen werden die verschiedenen Stationen aufgearbeitet, die die Jungen, ihre Familien und Freunde im Laufe der Zeit nach dem Unfall durchmachen. Beide Mütter äußern am Anfang des Films, sie seien sehr froh, dass ihre Söhne noch leben. Für die Jungen muss es hingegen ein Schock gewesen sein, als sie feststellten, dass ihnen Gliedmaßen fehlten. In einem Rollenspiel versetzen sich die Schülerinnen und Schüler in die Situation von Stefan und seiner Mutter. Dabei werden pro Person zwei Rollen besetzt: einmal die Person selbst, außerdem ein Gedankensprecher. Im Gespräch werden Mutter und Sohn sicherlich zunächst vorsichtig miteinander umgehen und nicht alles sagen, was ihnen durch den Kopf geht und was sie fühlen. Die Rolle, diese unausgesprochenen Gefühle zu äußern, übernehmen die Gedankensprecher.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Schicksalsschlag

Sowohl Stefan als auch Philipp standen am Anfang ihrer Ausbildung, als sich der Unfall ereignete. Beide hatten klare Ziele für ihr Leben. Jetzt ist alles anders: Der erste Schritt mit Prothesen, der erste Gang alleine zur Toilette – das sind nun die Ziele, auf die sie hinarbeiten. In zwei gespielten Telefongesprächen lassen sich die Schülerinnen und Schüler auf diese veränderte Lebensperspektive ein. Es ist sinnvoll, vor diesem Rollenspiel den Schülern den passenden Filmausschnitt noch einmal zu zeigen, damit sie sich leichter in die Situation von Stefan und Philipp hineinversetzen können. Alle Angaben stehen auf Arbeitsblatt 3.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Erste Lichtblicke

Philipp trifft nicht nur der Verlust seiner Gliedmaßen. Bei dem Unfall ist seine Freundin zu Tode gekommen. Sie war 15 Jahre alt. Als er nach Monaten zum ersten Mal aus dem Krankenhaus nach Hause darf, freut er sich zwar einerseits darüber, seine Freunde und die vertraute Umgebung wiederzusehen. Aber er wird am Unfallort auch hart mit dem erlittenen Verlust konfrontiert. Diese ganz unterschiedlichen Gefühle macht eine Stimmenskulptur deutlich. Hierbei äußern die Schülerinnen und Schüler die widerstreitenden Gedanken, die Philipp wohl haben könnte. Ein Schüler verkörpert Philipp, die Sprecher stellen sich hinter ihm auf. Der genaue Ablauf wird auf AB4 "Gefühlschaos" erläutert. Jeder Schüler spricht einen Gedankensatz. Die Schüler stellen sich nacheinander hinter Philipp und sagen ihren Satz. Die Lehrerin / der Lehrer übernimmt die Regie und weist die Schüler an, wo sie sich im Raum hinter Philipp aufstellen sollen und wann sie ihren Satz sprechen sollen – mal leise, dann lauter. Jeder spricht seinen eigenen Satz, schließlich entsteht ein Chor aus verschiedenen Sätzen, die auf Philipp eindringen. Eindrucksvoll wird hör- und fühlbar, unter welchem Druck er steht. Nachher berichtet der Philipp-Darsteller, wie er die Situation empfunden hat. Vorab sollten zwei passende Sequenzen aus dem ersten Teil des Films erneut gezeigt werden.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Gefühlschaos


Reflexion

Auf das gemeinsame Ansehen vom zweiten Teil der Filmreihe folgt zunächst eine thematisch geführte Reflexionsphase. Diese greift zwar eine Sequenz aus dem Film direkt auf, knüpft aber gleichzeitig an die Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler an. Im Film wird Philipp gezeigt, der sich in die virtuellen Welten der PC-Spiele flüchtet, in denen er unversehrt ist und alles machen kann, was er will. Die Schülerinnen und Schüler treten in einen E-Mail-Dialog mit Philipps Vater. Dieser äußert zunächst Unverständnis über die Spiele, weil Philipp deswegen bereits mehrfach seine Krankengymnastik verpasst hat. Die Schüler verfassen eine Antwort mit Philipps Erklärungen dazu, warum die Spiele für Philipp so wichtig sind. Anschließend schlüpfen sie in die Rolle des Vaters. Ob er sich von den Argumenten hat überzeugen lassen oder nicht, können die Schüler entscheiden. Man kann auch eine Variante wählen, in der die Arbeitsblätter weiterwandern und ein anderer Schüler die Aufgabe übernimmt.

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Virtuelles Glück

In einer abschließenden Reflexion setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit beiden Filmen insgesamt auseinander. Sie arbeiten Faktoren heraus, die das Leben der beiden Jugendlichen positiv, aber auch negativ beeinflussen. Dazu bearbeiten sie das Pfeildiagramm auf Arbeitsblatt 6.
Im anschließenden Unterrichtsgespräch übertragen sie diese Analyse auf ihre persönliche Situation: Welche Faktoren sind für mein eigenes Leben ausschlaggebend?

öffnet pdf-Dokument, Größe: 708 KB Stimmungsfaktoren

Daran schließt sich ein Rückbezug auf die Zettellawine vom Unterrichtseinstieg an. Die Schülerinnen und Schüler erhalten jetzt die Möglichkeit, ihre Antworten auf die Frage "Was brauche ich, um glücklich zu sein?" zu modifizieren und Zettel auszutauschen und durch neue zu ersetzen. Je nach Situation in der Klasse können sie die Veränderung im Unterrichtsgespräch zu begründen. Das müssen sie aber nicht.


Mehr zum Thema bei Planet Schule

Wenn die Schülerinnen und Schüler durch die Fallbeispiele der beiden Jungen für die Fragen Sinn und Glück sensibilisiert sind, kann man sich damit befassen, was Philosophen zum Thema Glück und Sinn zu sagen haben. Planet Schule sucht mit Richard David Precht und Aristoteles nach philosophischen Antworten auf die Frage nach dem Glück.

Was sagen Philosophen zum Glück?


 

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