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Blindenschrift lesen

Mit Fingerspitzengefühl

Zielstrebig fährt Jonas mit den Fingerspitzen über die Erhebung der Braille-Schrift. Der blinde Junge kann mithilfe seines Tastsinnes diese reliefartige, speziell für blinde Menschen entwickelte Schrift lesen – in einem Ertastungsvorgang erfasst er Zeile für Zeile. Doch wie sieht es mit anderen Hautstellen aus? Kann man zum Beispiel auch mit den Zehen Blindenschrift lesen?

Blindenschrift-Simulation starten

In dieser Konstellation wurden die Lippen als zu testende Köperstelle gewählt und 1.8 mm als Punktabstand eingestellt. Die gefühlten Punktelemente lassen sich nicht differenziert wahrnehmen, der Punktabstand ist zu klein, die Braille-Schrift kann somit nicht entziffert werden.

Bedienung der Blindenschrift-Simulation

Detailaufnahme der Blindenschrift-Simulation: Braille- und Alphabetschrift

In diesem Beispiel ist der Leseversuch geglückt. Als Hautregion wurden die Fingerspitzen gewählt und 2.3 mm als Punktabstand. Die gefühlten Punkte werden in Alphabetschrift übersetzt.

Mit dieser Simulation kann man erproben, wie groß Blindenschrift sein muss, damit sie zum Beispiel mit der Zunge, den Fingerspitzen, dem Handrücken oder auch dem Bauch gelesen werden kann.

1. Hautregion wählen: Hierfür einfach im linken Fenster ein gewünschtes Körperteil anklicken. Zur Wahl stehen: Bauch, Fingerspitzen, Handinnenfläche, Handrücken, Lippen, Nasenspitze, Oberschenkel, Rücken, Unterarm, Wangen, Zehen und Zungenspitze. Die gewählte Hautregion erscheint per Klick vergrößert im Menüfenster.

2. Punktabstand einstellen: Im Fenster "Blindenschrift" wird bei Auswahl der Hautregion per Zufallsprinzip ein Wort in Braille-Schriftzeichen generiert. Mithilfe der Minus- und Plus-Buttons kann man den Punktabstand der einzelnen Schriftzeichen justieren. Welcher Abstand ist ideal für die gewählte Körperstelle?

3. Leseversuch starten: Mithilfe des roten Play-Buttons wird der Leseversuch gestartet, das Abtasten des Braille-Schriftzugs mit der gewählten Hautregion wird simuliert. Nun wird es spannend: Lassen sich die Schriftzeichen lesen? Sukzessiv erscheinen im mittleren Fenster die auf der Haut gefühlten Punkte. Hat die Braille-Schrift für die entsprechende Hautstelle die optimale Größe, so wird im unteren Ausgabefenster der Text in Alphabetschrift übersetzt.

Braille-Schrift

Die Braille-Schrift besteht aus Punkten, die reliefartig in das Trägermaterial geprägt sind und sich deshalb gut ertasten lassen. Jedes Schriftzeichen der Braille setzt sich aus einer zwei mal drei Punkte Matrix – angeordnet wie die Zahl 6 auf einem Spielwürfel – zusammen. Die einzelnen, erhabenen Punkte innerhalb eines Zeichens haben einen Abstand von etwa 2,5 mm. Meistens benutzen Blinde zum Ertasten der Braille-Zeichen ihre Fingerspitze, da sich in dieser besonders viele druck- und berührungsempfindliche Sinneszellen befinden. Prinzipiell könnte die Blindenschrift aber auch mit anderen Körperstellen gelesen werden. Nähere Informationen hierzu liefert der sogenannte Raumschwellenwert.

Detailaufnahme der Blindenschrift-Simulation: Auswahlmenü

Auswahl der Hautregionen

Die Blindenschrift und der Raumschwellenwert

Die Tastsinneszellen sind je nach Körperregion unterschiedlich dicht verteilt. Damit die Braille entziffert werden kann, müssen die einzelnen Punkte als getrennt erkannt werden. Zur Unterscheidung zweier Punkte gibt es je nach Hautregion bestimmte Mindestabstände. Die Wissenschaftler sprechen hier von der sogenannten Raumschwelle. Je weniger dicht die Tastsinneszellen in der Haut verteilt sind, desto größer ist auch der Raumschwellenwert. Und um so größer müssen auch die Schriftzeichen der Braille sein!

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