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Die Stadt im späten Mittelalter – Schriftsetzen mit Bleilettern

Das Drucken mit beweglichen Bleilettern ist eine bahnbrechende Erfindung des späten Mittelalters. Durch die von Johannes Gutenberg entwickelte Technik wurde der Buchdruck revolutioniert. Im interaktiven Lernspiel können Schüler in die Rolle eines mittelalterlichen Schriftsetzers schlüpfen und sich im Setzen der metallenen Lettern erproben!

Schriftsetzen starten

Die Bleibuchstaben lassen sich per Drag and Drop aus dem Setzkasten in den Winkelhaken ziehen. Aufgabe ist, den ersten Satz der Bibel zu setzen und für den Druck vorzubereiten. Dabei muss das Buchstabenbild in Spiegelschrift erkannt werden.


Funktionsweise des Lernspiels

Ziel des Lernspiels ist es, mit den Bleibuchstaben den lateinischen Satz "In principio creavit Deus caelum et terram." zu setzen. Auf dem Arbeitstisch befinden sich alle nötigen Utensilien.

Anmerkung: Im richtigen Bleisatz werden die Buchstaben von links nach rechts, spiegelverkehrt und auf den Kopf gestelltgesetzt. Um die Handhabung zu erleichtern, stehen die Buchstaben hier im Lernspiel aber nicht auf dem Kopf; sie werden einfach spiegelverkehrt von rechts nach links gesetzt.

Das Schriftsetzen läuft folgendermaßen ab: Zuerst muss man den Winkelhaken anklicken und dann einen Buchstaben nach dem anderen mit der Maus zum Winkelhaken ziehen. Die häufiger vorkommenden Buchstaben sind in den größeren Fächern. Wichtig ist zu beachten, dass die Schriftbilder in Spiegelschrift in die Bleikegel geprägt sind.

Detailansicht des Lernspiels: der Schriftgießer bei seiner Arbeit

Für jeden Schriftschnitt und Schriftgröße müssen neue Bleilettern gegossen werden.

Wenn eine Zeile im Winkelhaken komplett gesetzt wurde, kann sie als Ganzes zum Satzschiff herzübergezogen werden. Diesen Vorgang muss man zweimal wiederholen, da der Satz nicht vollständig in den Winkelhaken passt.

Zum Abschluss kann man den sogenannten Schriftsatz mit der Kordel umlegen und zur Druckerpresse bringen. Über den roten Hilfe-Button in der linken Ecke des Lernspiels lassen sich Lösungstipps aufrufen.

Erfindung des Buchdrucks

Um 1450 entwickelte Johannes Gutenberg in Straßburg und Mainz eine neue Technik, mit der er erstmals Bücher drucken konnte. Davor hat man sie von Hand hauptsächlich in Klöstern abgeschrieben – das dauerte oft sehr lange; oder aber man schnitzte jede Seite seitenverkehrt in Holz und druckte sie. Das Problem hierbei war, dass man für jedes Buch und jede Seite einen neuen "Stempel“ schnitzen musste – auch das war sehr aufwendig. Da beide Verfahren so mühsam waren, gab es nur wenige Bücher.

Johannes Gutenberg hatte nun eine geniale Idee, wie man Bücher viel schneller und in größerer Zahl drucken konnte. Seine Erfindung wurde so erfolgreich, dass sich der Buchdruck sehr schnell in Deutschland und in ganz Europa verbreitete.

Schriftgießer

Gutenbergs Erfindung besteht aus mehreren Teilen, und so arbeiten in einer Druckerei mehrere Spezialisten zusammen: Schriftgießer, Schriftsetzer und Drucker.

Detailansicht des Lernspiels: Ein Schriftsetzer arbeitet an dem Setzkasten.

Ein Setzkasten enthält neben den einzelnen metallenen Schriftzeichen sogenanntes Blindmaterial. Dieses nicht druckende Material wird für vor allem für Wortzwischenräume und Zeilenabstände benötigt.

Gutenbergs erster guter Einfall war, den "Stempel“ für eine Buchseite aus vielen, einzelnen Buchstabenstempeln zusammenzufügen – den sogenannten beweglichen Lettern. Sie können beliebig oft verwendet und immer wieder anders zusammengesetzt werden. Mit denselben Lettern kann also immer wieder ein neuer Text gedruckt werden.

Zuerst aber müssen diese Buchstabenstempel hergestellt werden. Gutenberg kam auf die – zweite – gute Idee, sie nicht aus Holz zu schnitzen, sondern in Metall zu gießen. Das geht, wenn man die Vorlage zum Gießen einmal hat, viel schneller, und man kann so viele Exemplare eines Buchstabens herstellen, wie man will. Außerdem sind die Metallstempel länger haltbar. Für diese Aufgabe ist in der Druckerei der Schriftgießer zuständig.

Schriftsetzer

Der Schriftsetzer setzt den Text, der gedruckt werden soll, zusammen. Dazu reiht er die Buchstaben, die der Schriftgießer angefertigt hat, aneinander – spiegelverkehrt natürlich, damit man sie nach dem Drucken richtig herum auf dem Papier lesen kann.

In ungefähr 120 Fächern des Setzkastens werden die gegossenen Buchstaben aufbewahrt. Der Schriftsetzer nimmt einen Buchstaben nach dem anderen aus den Fächern heraus und setzt so den Text zusammen. Dabei geht er zeilenweise vor: Er setzt zunächst die Buchstaben einer Zeile in einen kleinen Rahmen, den sogenannten Winkelhaken. Ist die Zeile fertig, hebt er sie auf ein Brettchen, das Satzschiff. Auf dem Satzschiff hat genau eine Buchseite Platz.

Ist nun auch die Buchseite vollständig gesetzt, werden die Buchstaben mit einer Schnur umwickelt, damit sie nicht durcheinander fallen. Dann werden sie auf die Presse gehoben. Dort wird das Papier bedruckt.

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