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Die Stadt im Mittelalter – Die Arbeit als Hebamme

Es ist ein ganz besonderer Moment: Soeben hat die junge Frau des Kaufmanns ein Baby zur Welt gebracht! Die Hebamme und die Freundinnen der Frau haben bei der Geburt geholfen. In dem interaktiven Lernspiel kann man in die Rolle einer Hebamme des späten Mittelalters schlüpfen und die Schwangere bei der Entbindung unterstützen.

Der Hebamme assistieren

Ist bei dieser Lage des ungeborenen Kindes im Bauch der Mutter ein Kaiserschnitt notwendig?



Funktionsweise des Lernspiels

In dem Lernspiel werden Abbildungen des von Eucharius Rößlin verfassten Lehrbuchs präsentiert. Diese Illustrationen stellen jeweils die Lage des ungeborenen Kindes im Bauch der Mutter dar. Wie soll eine Hebamme bei der Geburt vorgehen? Es gilt, die Hebamme anzuklicken, die den richtigen Ratschlag gibt. Um nochmals zu hören, was eine der Hebammen gesagt hat, muss man mit der Maus über sie fahren. Bei einer richtig getroffenen Entscheidung erklingt ein helles akustisches Signal, wohingegen eine Fehlentscheidung durch Störgeräusch verdeutlicht wird.

Die Hebamme hält das Neugeborene der Kaufmannsgattin im Arm.

Die Entbindung ist reibungslos abgelaufen, Mutter und Kind sind dank der fachkundigen Hilfe der Hebamme wohlauf.

Die Geburt

Für die Frauen ist es im Mittelalter lebensgefährlich, Kinder zu bekommen. Die nötige Hygiene fehlt, und häufig sterben Mutter oder Kind, wenn es Komplikationen bei der Geburt gibt. Auch der Kaiserschnitt birgt erhebliche Risiken.

Trotz dieser Gefahr ist meist kein Arzt bei der Geburt dabei. Und so sind schließlich alle Beteiligten sehr froh, wenn Mutter und Neugeborenes wohlauf sind.

Die Hebamme im Mittelalter

Hebammen sind oft weise Frauen mit viel Berufserfahrung. Es existiert keine Ausbildung für diesen Beruf. Das Wissen wird von Frau zu Frau weitergegeben. Im Spätmittelalter müssen die Hebammen schließlich eine Prüfung vor dem Stadtarzt ablegen. Erst dann werden sie als Geburtshelferinnen zugelassen.

Eucharius Rößlin - "Hebammenlehrer Europas"

Eucharius Rößlin (um 1470 bis 1526) ist zunächst Apotheker in Freiburg, später Stadtarzt in Frankfurt. Er veröffentlicht 1513 in Straßburg sein Buch "Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten" - das erste gedruckte Lehrbuch für Hebammen. Er beschreibt in allgemein verständlicher Form die Geburtshilfe.

Im Einzelnen zeigt Rößlin die verschiedenen Phasen und Möglichkeiten einer Geburt - unter anderem auch den Kaiserschnitt -, die Lage des Babys im Mutterleib, Missgeburten, schmerzstillende Arzneien und entsprechende Hilfsmittel wie den Gebärstuhl. Sein Hebammen-Lehrbuch findet weite Verbreitung. Es erlebt hundert Ausgaben in fünf Sprachen und macht Rößlin über zweieinhalb Jahrhunderte zum "Hebammenlehrer Europas".

Preisgekrönte Projekte
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