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Die Stadt im späten Mittelalter – Buchdruck

In der Druckerei des späten Mittelalters herrscht Not am Mann. Druckermeister Ulrich Goldenhorn und sein Geselle haben gleich einen Termin beim Bankier. Doch da gibt es ein wichtiges Schriftstück, das umgehend gedruckt werden muss. Der dazugehörige Schriftsatz ist schon vorbereitet. Wer kann aushelfen und die Druckerpresse bedienen?

Die Druckerei betreten

In der interaktiven Druckerei können Schüler den Druckprozess im späten Mittelalter selbst erproben. Hier wurde gerade das Papier in die Presse eingespannt.



Übersicht über die Arbeitsschritte des Lernspiels

(1) Das zu bedruckende Papier muss als erstes in die Presse eingespannt werden. Dazu klickt man auf den Papierstapel, der sich auf dem Holztisch befindet. Mit gedrückt gehaltener Maustaste wird der Papierbogen auf die richtige Stelle gezogen, nämlich auf den Holzrahmen neben dem Schriftsatz.

(2) Mit einem Klick schließt sich der aufgeklappte Rahmen und fixiert das Papier.

(3) Jetzt muss der Schriftsatz schwarz eingefärbt werden. Dazu klickt man auf den Druckerballen und zieht ihn auf den Schriftsatz.

(4) Zu diesem Zeitpunkt kann das eingespannte Papier auf den geschwärzten Schriftsatz geklappt werden. Ein Klick auf das Papier genügt.

Detailansicht des Lernspiels: der Druckermeister und sein Geselle bei der Arbeit

Hier arbeitet der Buchdrucker Ulrich Goldenhorn mit seinem Gesellen. Er übt einen Beruf aus, der noch nicht sehr alt ist und durch die Erfindung eines einzelnen Mannes – Johannes Gutenberg – entstanden ist.

(5) Nun muss man auf den Schriftsatz und das Papier klicken – das Ganze fährt dann unter die Presse.

(6) Jetzt kann man drucken! Dazu gilt es den Bengel, d.h. den Hebel an der Presse, zu betätigen. Zum Anschauen des fertigen Drucks muss man auf den Deckel klicken.

Über den roten Hilfe-Button in der linken Ecke des Lernspiels lassen sich Lösungstipps aufrufen.

Das Drucken mit beweglichen Lettern

Die Druckerpresse ist – wie das Drucken mit beweglichen Bleilettern – eine Erfindung von Johannes Gutenberg; er hat sie nach dem Vorbild einer Traubenpresse abgewandelt. An der Presse arbeiten meistens zwei Drucker, ein Ballenmeister und ein Geselle.

Papierherstellung

Meistens wird auf Papier gedruckt, was seit dem 15. Jahrhundert mehr und mehr üblich wird. Vorher hat man auf Pergament geschrieben. Pergament ist ein sehr dünnes getrocknetes Kalbfell – sehr haltbar, aber auch sehr teuer.

Papier wird aus Lumpen hergestellt. Sie werden gesammelt und gesäubert und dann mit Kalk unter fließendem Wasser gestampft. Nach einer Ruhezeit kommt die Mischung in einen großen Bottich und wird in Wasser aufgelöst, bis alles zu einer Art Brei geworden ist. Mit einem Sieb wird ein Teil des Breis abgeschöpft. Man lässt das Wasser abtropfen und stülpt das Sieb auf einem Filzstück um. Dies wiederholt man so lange, bis man eine größere Menge beisammen hat. Der kommt unter eine Presse, die das restliche Wasser herauspresst. Dann kann man die Papierbogen zum Trocknen aufhängen.

Druckprodukt Buch

Die meisten Bücher, die gedruckt werden, sind in lateinischer Sprache verfasst. Es sind zunächst überwiegend christlich-religiöse Texte, manchmal auch Schriften antiker Autoren. Vermehrt werden nun aber auch volkssprachliche Bücher gedruckt. Erstmals wird damit schriftlich festgehalten, was jahrelang mündlich überliefert worden ist. Außerdem rückt das Latein zugunsten der deutschen Sprache zunehmend in den Hintergrund.

Dass Bücher gebunden werden, ist im Mittelalter eine Ausnahme. Normalerweise werden die bedruckten Papierbogen nur geknickt, in Buchform zusammengelegt und ohne Ledereinband verkauft. Der Kunde lässt sie dann selbst binden, wenn er will.

Preisgekrönte Projekte
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