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Symbiosen im Meer

Das Korallenriff beherbergt verblüffende Lebensformen! Es gibt Krebsarten, die sich einen Fisch als "Wachhund" halten. Man trifft auf Fische, die als "Schwarzfahrer" durch das Meer tingeln. Etliche Meeresschildkröten verfügen über einen eigenen "Reinigungsservice", der sie von lästigen Parasiten befreit. Das sind nur drei Beispiele für die recht skurril anmutenden Wechselbeziehungen, denen man im Meer begegnen kann. In der interaktiven Animation lassen sich die Symbiosen eines tropischen Korallenriffs erforschen.

Symbiosen im Meer starten

Es gibt einige Fischarten, die sich ihren Lebensunterhalt als "Reinigungsservice" verdienen. Für einen Putzerfisch sind die Parasiten, die sich auf dem Panzer einer Meeresschildkröte niedergelassen haben, ein gefundenes Fressen.

Funktionsweise der interaktiven Animation

Die Interaktivität ist an einem tropischen Korallenriff angesiedelt. Dort tummeln sich zahlreiche Lebewesen: Algen, Anemonenfische, Einsiedlerkrebse, Korallen, Meeresnacktschnecken, Meeresschildkröten, Pistolenkrebse, Putzerfische, Schiffshalter, Seeanemonen und Wächtergrundeln.

Detailansicht der interaktiven Animation: Cartoondarstellung eines Schiffshalters

Auf eine falsche Zuordnung wird durch eine witzige Comicdarstellung des protestierenden Meeresbewohners hingewiesen.

Einige von ihnen leben in einer engen Wechselbeziehung mit einem anderen Riffbewohner – aber wer mit wem? Um dies herauszufinden, muss das gewünschte Meerestier bzw. Pflanze ankgelickt und mit gedrückt gehaltener Maus auf einen potenziellen Kandidaten gezogen werden. Hat man zwei passende Partner zusammengebracht, so erscheint ein Infotext, in dem ihre symbiotische Beziehung erläutert wird.

Weiterführende Informationen – Wechselbeziehungen im tropischen Korallenriff

Es gibt bestimmte einzellige Algen, die eine ganz besonders enge Beziehung mit einigen Korallenarten eingegangen sind: Die Algen leben in der Koralle in deren äußeren Zellschichten. Dort bekommen sie Sonnenlicht ab und können – gut geschützt – Fotosynthese betreiben. Von den so produzierten Zuckerverbindungen geben die Algen einen Teil an die Koralle ab, die die Energie für ihren eigenen Stoffwechsel nutzen kann. Im Gegenzug erhalten die Algen von der Koralle Kohlendioxid sowie Stickstoff und Phosphor. Eine faire Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen! Allerdings funktioniert diese Symbiose nur dann, wenn sich die Korallen in den oberen, lichtdurchfluteten Wasserschichten ansiedeln, denn ohne Sonnenlicht sterben die Algen ab.

Detailansicht der interaktiven Animation: Grundel und Krebs schauen aus ihrer Höhle.

Die Wächtergrundel und der Pistolenkrebs teilen sich eine Wohnhöhle.

Der Pistolenkrebs verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er durch blitzschnelles Schnippen mit seinen Scheren eine Druckwelle erzeugen kann, die seine Beute betäubt. Auch Wächtergrundeln tragen ihren Namen zu Recht, da sie die gemeinsame Wohnhöhle bewachen, die sie sich mit einem Pistolenkrebs teilen. Der Krebs ist der alleinige Höhlenbauer und man könnte den Eindruck gewinnen, die "faule" Grundel parasitierte nur. Allerdings sind Pistolenkrebse so gut wie blind. Die Wächtergrundel dagegen hält aufmerksam Ausschau nach möglichen Feinden. Weil der Krebs mit einem seiner Fühler immer Kontakt zur Grundel hält, weiß er, wann Gefahr droht: "Der Fisch ist gerade in die Höhle geflüchtet. Dann ist es auch für mich Zeit zu verschwinden!"

Ganz fair ist das Verhalten des Schiffshalters nicht. Dieser Fisch besitzt eine Art Saugnapf auf seinem Kopf. Damit haftet er sich an Schildkröten, Wale, große Fische oder auch an Schiffsrümpfe. Für den Schiffshalter ein eindeutiger Vorteil: Er lässt sich als Schwarzfahrer in der Gegend herumchauffieren und muss dafür keine Energie aufbringen. Sein "Fortbewegungsmittel" – in diesem Fall die Schildkröte – muss aber deutlich mehr Kraft aufwenden, um den blinden Passagier mit durchs Wasser zu ziehen. Gut, dass sich die Schiffshalter ab und zu lösen müssen, um zu fressen – meist jagen sie kleinere Fische. Danach wechseln sie dann manchmal auch zu einer anderen "Mitfahrgelegenheit".

Detailansicht der interaktiven Animation: Eine Nacktschnecke verspeist die Nesselkapseln einer Anemone.

Die verspeisten Nesselkapseln ermöglichen der Meeresnacktschnecke eine besondere Art der Selbstverteidigung.

Es gibt bestimme Arten von Meeresnacktschnecken, die eine besonders raffinierte Verteidigungswaffe besitzen: In ihrer Körperoberfläche befinden sich Nesselkapseln, die jedem Angreifer eine unangenehme Dosis Gift injizieren. Nur haben die Schnecken diese Nesselkapseln keineswegs selbst produziert. Diese Nacktschnecken fressen mit Vorliebe Seeanemonen und Korallenpolypen – samt deren Nesselkapseln. Aufgrund eines chemischen Schutzmechanismus "feuern" die Kapseln gegen die Nacktschnecken nicht. Jetzt kommt das schier Unglaubliche: Die Nesselkapseln werden von der Schnecke nicht verdaut, sondern bleiben intakt und wandern dann durch die Magenwand, durch das Körpergewebe und in die büschelartigen Anhängsel auf dem Rücken der Schnecke. Den Schnecken gelingt es also nicht nur, die Nesseln der Anemonen und Korallen zu "entschärfen", sie "recyceln" sie dann auch noch und nutzen sie zum eigenen Schutz. Eine ungewöhnliche – und sehr einseitige Beziehung.

Seeanemonen besitzen Nesselzellen in ihren Tentakeln, deren Gift kleine Fische lähmen und größeren Angreifern zumindest Schmerzen bereiten kann. Ein Einsiedlerkrebs, der eine Anemone auf seinem Schneckenhäuschen herumschleppt, hat zwar schwerer zu tragen, besitzt aber gleichzeitig eine gute Abschreckung gegen so manchen Fressfeind. Die Anemone wiederum profitiert davon, dass immer wieder ein paar "Krümel" für sie abfallen, wenn der Einsiedlerkrebs etwas frisst.

Detailansicht der interaktiven Animation: DIe Anemone bietet dem Fisch ein ideales Versteck.

Ein Anemonenfisch hat sich zwischen den giftigen Tentakeln einer Seeanemone zurückgezogen.

Anemonenfische sind kleine, harmlose Gesellen, die noch nicht mal besonders schnell schwimmen können. Theoretisch wären sie also eine leichte Beute für so manchen Riffbewohner. Aber die Anemonenfische suchen Schutz zwischen den giftigen Tentakeln von Seeanemonen. Dorthin verfolgt sie so schnell kein Feind. Anemonenfische sind in der Lage, ihre Haut mit dem Schleim ihrer Wirtsanemone einzureiben. Dadurch werden sie von der Anemone nicht als fremd erkannt und bleiben vom Nesselgift unbehelligt. Die Anemone wiederum profitiert von ihrem Untermieter, weil dieser sein "Zuhause" gegen Eindringlinge jeder Art verteidigt und so der Anemone deren Fressfeinde vom Leib hält.

Es gibt einige Fischarten – und manche Garnelen –, die sich ihren Lebensunterhalt als "Reinigungsservice" verdienen. Eine Meeresschildkröte zum Beispiel wird von verschiedenen Hautparasiten geplagt, auf ihrem Panzer lassen sich Algen und verschiedenes Getier nieder. Ein Nachteil für die Schildkröte, da ein "sauberer" Panzer viel besser durchs Wasser gleitet. Für einen Putzerfisch ein gefundenes Fressen: Die Schildkröte kommt zu ihm, hält still, er befreit sie von ihren Plagegeistern und füllt sich damit den Magen. Ein guter Handel für beide Seiten. Zu den Kunden der Putzerfische zählen übrigens nicht nur Schildkröten, sondern auch viele Fische jeglicher Art und Größe.

Preisgekrönte Projekte
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