Navigationshilfe:

Der Nahrungskreislauf im Meer

Pfeilschnell gleitet der weiße Hai durch das Wasser und nähert sich einem ahnungslosen Beutetier. Der elegante Räuber reißt sein Maul auf und entblößt ein gewaltiges Revolvergebiss. Mit einem Happs verschlingt der Hai sein Opfer! Fressen und gefressen werden – im Meer geht es nicht zimperlich zu. In der lehrreichen, witzigen Interaktivität können Schülerinnen und Schüler die Nahrungskette im Meer erforschen.

Nahrungskreislauf Meer starten

Haie riechen Blut in einer Verdünnung von 1 zu 10 Milliarden. Diese enorme Fähigkeit sichert ihnen das Überleben, da sie darauf angewiesen sind, in der Weite des Ozeans Nahrung zu finden.

Funktionsweise des interaktiven Nahrungskreislaufs

Von was ernährt sich ein Seehund? Welches ist die typische Ernährungsweise eines Wals? Und welche Funktion erfüllt eine Alge im Ökosystem "Ozean"? Die interaktive Meer-Szenerie lädt zum Erkunden ein!

Detailansicht der interaktiven Animation: Ein Planktonkrebs hat eine Alge verschlungen.

Kleine Planktonkrebse ernähren sich von Algen. Als Pflanzenfresser werden sie somit zu den Konsumenten erster Ordnung gezählt.

Die Bedienung der Animation ist intuitiv: Man muss einfach ein Lebewesen anklicken und schon lässt sich auf originelle Weise ein Teil der Nahrungskette "Meer" erleben.

Marine Nahrungskette – weiterführende Informationen

"Fressen und gefressen werden" – so griffig könnte die Nahrungskette auf den Punkt gebracht werden. Doch die Sache ist komplexer. Um einen besseren Überblick darüber zu bekommen, wie Ökosysteme funktionieren, ordnet man die Tier- und Pflanzenarten verschiedenen Nahrungsebenen zu: Produzenten, Konsumenten und Destruenten.

Produzenten

Im Meer übernehmen vor allem die Algen des Phytoplanktons die ökologische Rolle der Landpflanzen. Planktonalgen bilden die Basis der Nahrungskette, sie betreiben Fotosynthese und bauen dadurch Biomasse auf. In vielen küstennahen Meeresregionen gibt es daneben auch größere, am Boden siedelnde Algen (Makroalgen), die unterteilt werden in Grün-, Rot- und Braunalgen. Sie werden auch oft als "Seetang" bezeichnet und können mehrere Meter groß werden. Die größten und üppigsten Tange wachsen vor der Pazifikküste Nord- und Südamerikas und an den Südspitzen von Afrika, Neuseeland und Südamerika. Riesentange der Gattung Macrocystis erreichen dort Größen von über 50 Metern. Solche Bestände bilden regelrechte Unterwasserwälder. Ihre Verbreitung haben Tangwälder vor allem in den kälteren Regionen. In tropischen Meeren sucht man sie vergebens.

Detailansicht der interaktiven Animation: Ein Einsiedlerkrebs und ein Seestern verspeisen Aas.

Aas steht bei Einsiedlerkrebsen und Seesternen auf dem Speiseplan.

Eine für das Mittelmeer sehr bedeutende Makroalge ist Cystoseira, die zumeist in großen Beständen wächst. Eine weitere Besonderheit des Mittelmeeres sind die riesigen Bestände von Seegras, den sogenannten Posidonia-Wiesen. Seegräser sind keine Algen. Streng genommen sind sie aber auch keine Gräser, sondern gehören zu der Ordnung der Froschlöffelartigen (Alismatales). In manchen Gebieten des Mittelmeers und anderer warmer Meere sind die Seegraswiesen von sehr großer ökologischer Bedeutung. Auf die gesamten Weltmeere gerechnet, leistet jedoch das Phytoplankton mit etwa 95 % den Hauptanteil an der marinen Primärproduktion.

Konsumenten

Die nächsten Stufen in der Nahrungskette nehmen die verschiedenen Konsumenten ein. Zunächst die Pflanzenfresser: Da sie sich direkt von den Produzenten ernähren, bezeichnet man sie auch als Primärkonsumenten oder Konsumenten erster Ordnung. Dazu gehören etwa die Tiere des Zooplanktons, die sich von Planktonalgen ernähren. Es folgen die Fleischfresser, die Sekundärkonsumenten oder Konsumenten zweiter Ordnung. Zu ihnen zählen größere Planktonorganismen wie Quallen, zooplanktonfressende Fische und zahlreiche festsitzende Tiere, die sich als Filtrierer betätigen.

Detailansicht der interaktiven Animation: ein Wal auf Beutezug

Wale sind Säugetiere. Sie haben daher ganz andere Orientierungsweisen entwickelt als die Fische. Die Wahrnehmung von Schall ist für Wale vermutlich wichtiger als die Geruchswahrnehmung.

Auf der nächsten Konsumentenstufe stehen die Räuber, die sich von Sekundärkonsumenten ernähren. Diese Räuber dienen auf der nächsten Stufe wiederum größeren Räubern als Nahrung. Allzu viele Nahrungsstufen gibt es jedoch nicht. In den meisten Ökosystemen besteht eine Nahrungskette aus nicht mehr als fünf bis sechs Gliedern.

Der Grund dafür: Von Stufe zu Stufe kann immer nur ein sehr kleiner Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Energie für den Aufbau neuer Biomasse genutzt werden. Meist liegt dieser Anteil bei lediglich rund zehn Prozent. Zum Beispiel: Damit ein Pflanzenfresser zehn Kilogramm Körpergewicht zulegen kann, muss er etwa 100 Kilogramm pflanzliche Nahrung fressen. Grob gesagt geht es bei den folgenden Stufen bezüglich der weitergereichten Energie ähnlich verlustreich zu.

Einer sehr großen Basis von Primärproduzenten steht letztlich nur eine winzige Spitze sogenannter Endverbraucher gegenüber. Gerade im Meer finden sich große Tiere, die diese Nahrungskette abkürzen und Primärkonsumenten fressen. So ernähren sich zum Beispiel Walhaie, Mantarochen und Bartenwale als Filtrierer von Zooplankton.

Destruenten

Auch die Destruenten ernähren sich von anderen. Sie bauen totes organisches Material ab, führen es wieder in seine anorganischen Bestandteile zurück und schließen so den Nahrungskreislauf.

Preisgekrönte Projekte
Preisgekrönte Projekte