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Anatomie und Entwicklung der Sprache

Menschen sind kommunikative Wesen. Im Gegensatz zu ihren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, beherrschen sie eine umfangreiche und komplizierte Sprache. Die Anatomie des Kehlkopfes und des Gehirns ermöglichen diese komplexen Sprachleistungen – eine einmalige Errungenschaft der Evolution! Warum aber können Menschenaffen, die uns in vielem so ähnlich sind, nicht sprechen? Diese Fragestellung lässt sich in der interaktiven Animation erforschen.

Anatomie der Sprache starten

Die Interaktivität bietet einen anschaulichen Überblick zur Anatomie der Sprache. In den animierten Grafiken wird hier gerade der Luft- und Nahrungsweg eines Schimpansen, eines Kleinkinds und eines Erwachsenen miteinander verglichen.

Funktionsweise der Animation

Die Bedienung der Interaktivität "Anatomie der Sprache" ist leicht nachvollziehbar. Durch Anklicken der Schaltflächen navigiert man durch die einzelnen Abschnitte der interaktiven Animation. Mit dem blauen Info-Button lassen sich Beschriftungen zu den Grafiken aufrufen.

Die einzelnen Stationen der Animation im Überblick

Die Fähigkeit zu sprechen basiert auf anatomischen Grundlagen, die sich bei Mensch und Affe wesentlich voneinander unterscheiden. Nicht nur der Bau des Kehlkopfs, sondern auch die Struktur des Gehirns ist verantwortlich für die Erzeugung und das Verständnis von Sprache.

Detailansicht der interaktiven Animation: Luft- und Nahrungsweg beim Schimpansen

Da der Kehlkopf beim Schimpansen sehr weit oben liegt, kann gleichzeitig geatmet und geschluckt werden.

Atemweg

Die durch die Nase eingesaugte Luft gelangt über die Nasenhöhlen durch den Kehlkopf in die vorn liegende Luftröhre.

Nahrungsweg

Luft- und Nahrungsweg überkreuzen sich. Beim Schimpansen und beim Kleinkind liegt der Kehlkopf so weit oben, dass gleichzeitig geschluckt und geatmet werden kann. Kehldeckel und Gaumensegel berühren sich. Der Nahrungsbrei wird seitlich am Kehldeckel vorbei nach hinten geleitet. Beim erwachsenen Menschen liegt der Kehlkopf so tief, dass Nahrung und Luft oberhalb des Kehlkopfes zusammentreffen würden – Verschlucken wäre die Folge. Gaumensegel und Kehldeckel sind zu weit voneinander entfernt, um sich zu berühren.

Resonanzraum

Durch die große Distanz zwischen dem Gaumensegel und dem unten liegenden Kehlkopf entsteht zusätzlicher Raum im Rachen. Dieser wird bei der Spracherzeugung als Resonanzraum genutzt.

Gaumensegel

Beim Sprechen kann sich das Gaumensegel nach oben oder unten bewegen. Der Luftstrom kann also anteilig durch den Mund oder durch die Nase geleitet werden. So können unterschiedliche Laute gebildet und moduliert werden.

Gehirn

Nicht nur die Anatomie des Kehlkopfes entscheidet über die Fähigkeit zu sprechen. Mindestens genau so wichtig sind spezialisierte Regionen im Gehirn, die sogenannten Sprachzentren. Vereinfacht dargestellt gibt es zwei Sprachzentren, die nur auf einer Hirnseite ausgebildet sind, in den allermeisten Fällen auf der linken.

Detailansicht der interaktiven Animation: Broca-Zentrum in der Großhirnrinde

Das Broca-Zentrum liegt im linken Stirnlappen der Großhirnrinde.

Broca-Zentrum

Das vordere Sprachzentrum, das Broca-Zentrum (nach dem französischen Arzt Paul Broca), ist als motorisches Sprachzentrum vor allem für das Hervorbringen der Sprache wichtig. Ist diese Region verletzt, ist das Sprachverständnis meist nur wenig beeinträchtigt, die Spracherzeugung jedoch erheblich eingeschränkt.

Wernicke-Zentrum

Das hintere sensorische Sprachzentrum wird Wernicke-Zentrum genannt (nach dem deutschen Arzt Carl Wernicke) und ermöglicht das Sprachverständnis. Seine Verletzung hat in der Regel tief greifende Sprachstörungen zur Folge. Sowohl Spracherzeugung als auch Sprachverständnis sind betroffen. Sogar Störungen der Persönlichkeit können hierbei auftreten.

Sprachzentren beim Affen

Bis vor Kurzem glaubte man, dass im Gehirn des Schimpansen keine Sprachzentren vorhanden seien. Neueren Erkenntnissen zufolge scheint es aber zumindest Vorstufen von Sprachzentren zu geben, wie Hirn-Scans gezeigt haben.

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