zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Unterricht: Kameraperspektiven

Thema

  • Bedeutung und Funktion der Kameraperspektiven

Film, aus dem Ausschnitte gezeigt werden

Kamera, Cut und Klappe – Filmbegriffe für Einsteiger

Lernziele

  • Zwei Jungen schauen zu einer Anzeigetafel am Flughafen hoch; Rechte: WDR Von unten aufgenommen wirkt die Anzeigetafel besonders groß.

Die Kameraperspektive ist neben der Einstellungsgröße ein zentrales filmisches Gestaltungsmittel. Man versteht darunter den Blickwinkel, aus dem die Kamera filmt: Je nachdem von welcher Höhe sie auf eine Person oder einen Gegenstand blickt, wirkt die Person oder der Gegenstand anders. Da die Kamera quasi das Auge des Zuschauers ist, übernimmt der Zuschauer den Blick der Kamera.

Die Kameraperspektiven lassen sich grob in Normalsicht, Untersicht und Aufsicht unterteilen. Die extreme Untersicht ist die Froschperspektive und die extreme Aufsicht die Vogelperspektive.

Die Normalsicht ist auf Augenhöhe mit den Menschen im Bild und gilt deshalb als die natürlichste der Kameraperspektiven. Aufsicht und Untersicht können bestimmte Eigenschaften betonen. Durch die Aufsicht kann man einen Menschen einsam, schwach oder unterlegen wirken lassen, sie kann aber auch einen Überblick geben. Von unten gefilmt wirken Gegenstände oder Menschen größer, stärker oder mächtiger. Auch Beziehungen zwischen Personen können durch die Perspektive ausgedrückt werden. Soll etwa die Beziehung zwischen einem strengen Lehrer und seinen Schülern ausgedrückt werden, kann die Kamera aus der Perspektive eines sitzenden Schülerin zum Lehrer an der Tafel filmen. Dann wirkt der Lehrer eher groß. Übernimmt sie die Perspektive des Lehrers auf eine Schülerin, wenn er neben ihrem Tisch steht und auf ihre Notizen herunterschaut, wirkt sie klein.

Durch die Kameraperspektive kann man auch Abwechslung und Spannung erzeugen, indem man einen ungewöhnlichen Blick auf einen Ort, einen Gegenstand oder eine Person eröffnet.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass der Blickwinkel der Kamera beeinflusst, wie Personen und Gegenstände im Bild wirken, und probieren dies auch praktisch aus.

Wie die Unterrichtseinheit abläuft und welche Materialien benötigt werden, zeigt die Tabelle auf Arbeitsblatt 1 "Übersicht der Unterrichtseinheit".

Einstieg: Ralph Caspers erklärt Kameraperspektiven

  • Ralf Caspers guckt nach oben; Rechte: WDR Bei der Vogelperspektive schwebt die Kamera hoch über dem Geschehen.

Was eine Kameraperspektive ist und wie Normalsicht, Aufsicht und Untersicht wirken, lässt sich am besten mit einem Ausschnitt aus dem Film "Kamera, Cut und Klappe" erklären. Ralph Caspers zeigt es anschaulich an Beispielen. Der Ausschnitt dauert nur knapp zwei Minuten (Timecode 02:59 bis 4:16 Min.).

Bevor die Schülerinnen und Schüler sich die Kameraperspektiven mit einer praktischen Übung erarbeiten, testen sie im Einsteigerquiz auf der Seite www.dokmal.de, ob sie die Kameraperspektiven schon erkennen. Das Quiz arbeitet mit Bildern aus "Kamera, Cut und Klappe" mit Ralph Caspers. Zusätzlich zur Auf- und Untersicht kommen im Quiz noch die beiden extremen Perspektiven vor: Die Froschperspektive als extreme Untersicht, bei der die Kamera vom Boden hoch blickt. Und die Vogelperspektive – hier schwebt die Kamera hoch über dem Geschehen.

Die Schülerinnen und Schüler können das Quiz im Computerraum in Partnerarbeit lösen. Alternativ lässt es sich auch mit Beamer oder einer interaktiven Tafel mit der ganzen Klasse machen. Dann kann abwechselnd jeweils ein Kind den Computer bedienen.

Im Anschluss erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler die Kameraperspektiven mithilfe von Arbeitsblatt 2 "Infoblatt Kameraperspektiven" und probieren sie in einer Gruppenarbeit mit einer digitalen Fotokamera praktisch aus. Die Schüler lesen den Text und unterstreichen die wichtigsten Informationen. In Gruppen mit drei bis vier Mitgliedern sollen sie nun einen Schüler mit jeweils anderen Wirkungen aufnehmen. Das Kind soll natürlich, schüchtern oder mächtig wirken.

Bei der Aufgabenstellung muss vorher erklärt werden, dass die Wirkung durch die Wahl des Blickwinkels der Kamera erzielt werden soll. Der Bildausschnitt soll möglichst gleich bleiben. Die Schüler überlegen zunächst, von welchem Standort aus sie das Modell aufnehmen wollen. Dann überlegen sie, welcher Blickwinkel für welche Eigenschaft sinnvoll ist und probieren verschiedene Kamerahöhen (von oben, von unten, Augenhöhe) aus. Erst, wenn sie mit der Perspektive zufrieden sind, fotografieren sie.

Bei der anschließenden Präsentation der Fotos sollen die anderen Gruppen zunächst erraten, welche Wirkung mit dem Foto erzielt werden sollte.

  • Arbeitsblatt 2 - "Infoblatt Kameraperspektiven"
  • Arbeitsblatt 3 - "Kameraperspektiven finden"

Anschließend ordnen die Schüler auf Arbeitsblatt 4a "Kameraperspektiven zuordnen" verschiedenen Situationen entsprechende Kameraperspektiven zu. In dieser Partnerarbeitsphase reflektieren sie ihr bislang erworbenes Wissen. Von der vorherigen Aufgabe können sie im Umkehrschluss auf die Lösung der neuen Aufgabe kommen. Anschließend vergleichen sie ihr Ergebnis mit Arbeitsblatt 4b "Kameraperspektive Lösungen". Wenn die Schüler die Kameraperspektiven anders zugeordnet haben, werden die unterschiedlichen Lösungen in der Lerngruppe diskutiert.

  • Arbeitsblatt 4a - "Kameraperspektiven zuordnen"
  • Arbeitsblatt 4b - "Kameraperspektiven Lösungen"

Zuhause können die Schülerinnen und Schüler weitere Quizrunden in der "Mach mit"-Rubrik auf der Seite www.dokmal.de lösen.

Auch Sie können mit Ihrer Klasse eine eigene Quizrunde zu Kameraperspektiven herstellen und zum Beispiel auf die Internetseite Ihrer Schule stellen oder als Papierquiz ausdrucken. Planet Schule kann Ihnen dabei helfen, das Quiz in ähnlicher Form wie auf www.dokmal.de in die Internetseite Ihrer Schule einzubauen. Wenn Sie daran Interesse haben, schreiben Sie an planet-schule@wdr.de. Wir unterstützen Sie gerne.