Coaching-Format

Die Protagonisten in einem Coaching-Format haben Probleme. Im Laufe der Sendung sieht man, wie diese mit Hilfe von Fachleuten gelöst werden. So sollen in der RTL2-Sendung "Die Mädchengang" Sozialarbeiter vorbestraften Schülerinnen helfen, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Coaching-Formate gibt es zu völlig unterschiedlichen Themen: So berät "Die Supernanny" auf RTL verzweifelte Eltern bei der Erziehung, im WDR hilft "Frau Dr. Haus" beim Hauskauf und in der Sendung "Konsum-Striptease" wird eine Familie von einem Umweltberater dabei unterstützt, so ökologisch-korrekt wie möglich zu leben.

Doku-Drama

Ein Doku-Drama sieht an vielen Stellen wie ein Spielfilm aus. Es geht aber um wahre Ereignisse – meistens aus der Vergangenheit. Da aber niemand mit der Kamera dabei war, werden einzelne Szenen von Schauspielern nachgestellt. In Heinrich Breloers Doku-Drama "Die Manns" über die Schriftsteller-Brüder Heinrich und Thomas Mann spielen Schauspieler die Erlebnisse der Familie Mann nach. Verknüpft wird das mit Zeitzeugen-Interviews. Die Spielszenen basieren auf einer ausführlichen Recherche und versuchen die Vergangenheit so realistisch wie möglich darzustellen.

Doku-Soap

In einer Doku-Soap kann man Menschen in ihrem Alltag beobachten. So wurde im WDR-Doku-Soap-Klassiker "Die Fussbroichs" über Jahre das tägliche Leben einer Kölner Familie beobachtet. Inzwischen geht es häufiger um außergewöhnliche Charaktere, besondere Berufe oder ungewöhnliche Situationen wie bei "Die Ludolfs" oder der "Jungs-WG". Eine Doku-Soap läuft als Serie. In der Regel gibt es keine abgeschlossenen Episoden. Am Ende steht ein Cliff-Hanger oder eine Vorschau auf die nächste Folge. Es gibt sehr unterschiedlich gemachte Doku-Soaps: Einige sollen informieren. Die meisten nur unterhalten.

Dokumentarfilm

Ein Dokumentarfilm versucht, die Realität abzubilden. Wie in "Deutschland ein Sommermärchen" erlebt man eine Geschichte, die tatsächlich stattgefunden hat oder sich gerade vor der Kamera abspielt. Ein Unterschied zum Spielfilm ist, dass man die Hauptfiguren aus einem Dokumentarfilm tatsächlich treffen kann. Es sei denn, es handelt sich um historische Personen, die nicht mehr leben. Dokumentarfilme kann man im Kino und im Fernsehen sehen. Es gibt Dokumentarfilme, die nur etwa 15 Minuten lang sind, wie zum Beispiel "Ednas Tag". Andere dauern genauso lange wie ein Spielfilm oder haben sogar mehrere Teile.

Feature

Ein Feature mischt verschiedene journalistische Formen, wie zum Beispiel Interview, Nachricht oder Teile einer Reportage zu einem Beitrag über ein bestimmtes Thema. In dem WDR-Film "Unterirdisch - Wie Köln eine U-Bahn baut" erfährt man etwas über die Hintergründe zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs in eine U-Bahn-Baustelle. Die Form des Features bietet sich hier an, denn so können ganz verschiedene Informationsquellen wie Archivbilder, Zeitzeugenaussagen in Verbindung mit einem Off-Kommentar genutzt werden. Ein Feature dient vor allem der Information, kann aber durchaus unterhaltsamen Charakter haben. Zu sehen ist es in der Regel nur im Fernsehen.

Mockumentary / Fake Doku

Eine Mockumentary ist eigentlich ein Spielfilm. Sie sieht aber so aus wie ein Dokumentarfilm. Die Geschichte ist erfunden. Damit sie echt wirkt, setzt der Regisseur die Stilmittel des Dokumentarfilms ein. Zeitzeugen werden interviewt oder Szenen mit einem erfundenen Off-Kommentar versehen. Häufig ist eine Mockumentary eine Satire und macht sich über etwas lustig. In "Das Wunder von Wien – Wir sind Europameister" berichten bekannte Fußballer und Trainer von dem Sieg der österreichischen Nationalmannschaft bei der EM 2008. Tatsächlich kam die Mannschaft nicht mal ins Viertelfinale.

Porträtfilm

Eine einzelne Person oder eine Gruppe von Personen stehen bei einem Porträtfilm im Mittelpunkt. Im Film kann man die Personen über Jahre oder auch nur für kurze Zeit beobachten. In "Gelb & Pink" werden zwei Schwestern von einem Filmteam begleitet. Man erfährt etwas über die Unterschiede zwischen den Schwestern, aber auch von den Ähnlichkeiten. Ein Porträtfilm versucht, den Hauptpersonen möglichst nahe zu kommen oder eine ganz bestimmte Seite zu zeigen. Oft werden auch berühmte Personen wie Michael Jackson ("This is it"), der Punk-Sänger Campino ("Die Besten im Westen: Campino") oder Kanzlerin Angela Merkel ("Merkels Macht – auf den Spuren der Kanzlerin") porträtiert.

Reality Show

Bei einer Reality-Show werden Menschen beobachtet, die sich einer Herausforderung stellen müssen, zum Beispiel gemeinsam in einem Container zu wohnen, wie bei "Big Brother". Eine beliebte Variante sind Casting-Shows: Hier werden Sänger, Entertainer oder Models gesucht. Eine Jury entscheidet regelmäßig, wer rausfliegt und wer weiter dabei bleiben darf. Am Ende gibt es einen Gewinner. Meistens blicken die Zuschauer hierbei auch hinter die Kulissen: Sie sehen zu, wenn die Model-Anwärterinnen sich in ihrer Unterkunft streiten ("Germany's next Topmodel"), die angehenden "Superstars“ vor den Auftritten hysterisch werden ("Deutschland sucht den Superstar") oder Popstar-Kandidaten Abendbrot essen ("Popstars").

Reportage

Bei einer Reportage wird ein Ereignis, eine Person oder ein Ort aus der persönlichen Sicht eines Reporters gezeigt und findet in einem bestimmten Zeitrahmen statt. Dieser Zeitrahmen kann eine Minute oder auch mehrere Tage dauern. Häufig tritt der Reporter selbst in Erscheinung und kommentiert das, was er gerade sieht. Bei Sendungen wie "Karen in Action" oder "Willi will’s wissen" stehen die Reporter besonders im Vordergrund. So kann der Zuschauer erleben, wie Karen mit dem Fallschirm abspringt oder Willi alles über Kunst erfährt. Es gibt auch Reportagen, in denen man den Reporter nicht sieht.

Satire

Unter Satire versteht man eine bestimmte Form von Geschichten, Artikeln oder Filmen, die sich über Missstände in der Gesellschaft lustig macht. Dabei nutzt die Satire eine Vielzahl von Stilmitteln: Sehr oft wird der Gegenstand der Satire durch Übertreibung, Verzerrung oder Kontrast mit dem Ideal der Lächerlichkeit preisgegeben. Im Ton sind Satiren meist bissig, ironisch oder spöttisch. Als erster satirischer Spielfilm gilt heute "Der Große Diktator" von Charlie Chaplin, in dem er sich über Adolf Hitler lustig macht. Viele Film- und Fernsehformate bedienen sich der Satire. In Olli Dittrichs WDR-Comedy "Dittsche – Das wirklich wahre Leben" zum Beispiel sinniert ein Arbeitsloser in einem Schnellimbiss über aktuelle Ereignisse, die so indirekt verspottet werden.

Scripted Reality

Scripted Reality soll dem Zuschauer den Eindruck vermitteln, eine wahre Begebenheit zu sehen, die sich gerade spontan vor der Kamera ereignet. Tatsächlich ist die Handlung jedoch von einem Drehbuch vorgegeben. Die Hauptpersonen erhalten Regieanweisungen oder haben sogar Texte auswendig gelernt. Sendungen wie "Die Schulermittler" gehören genauso in diese Kategorie, wie "Die Ausreißer" oder Gerichtsshows wie "Barbara Salesch". Ob eine Serie inszeniert ist oder nicht, kann man als Zuschauer nicht immer erkennen. Nur selten weisen die Sender im Abspann darauf hin.

Soap / Soap Opera

Eine spezielle Form der Fernsehserie ist die Soap Opera oder zu Deutsch Seifenoper. Ihre Geschichte hat kein festgelegtes Ende und wird ständig weiter geschrieben, im Prinzip könnte sie endlos weitergehen. Manche Soap Operas wie "Lindenstraße" oder "Marienhof" laufen schon seit Jahrzehnten im Fernsehen. Die Besonderheiten: Oft gibt es nicht nur einen Handlungsstrang, sondern mehrere, die nebeneinander erzählt werden. Außerdem enden die Einzelfolgen in den meisten Fällen mit einem Cliffhanger. Die Seifenoper kommt ursprünglich aus Amerika. Erfunden wurde sie von großen Firmen, die in den Werbepausen der Serien ihre Waschmittel und Seifen anpreisen wollten – daher auch der Name.

Spielfilm

Ein Spielfilm ist ein Film, dessen Handlung in den meisten Fällen erfunden ist und der hauptsächlich fürs Kino produziert wird. Spielfilme sollen vor allem unterhalten. Sie werden in der Regel auf der Grundlage eines Drehbuchs gedreht, die Protagonisten werden von Schauspielerinnen und Schauspielern verkörpert. Soll ein Spielfilm ausschließlich im Fernsehen laufen, nennt man ihn Fernsehfilm oder Fernsehspiel.

Tierfilm / Tierdoku

Ein Tierfilm ist ziemlich leicht zu erkennen, denn im Mittelpunkt stehen natürlich Tiere. Wie in der Kino-Dokumentation "Die Reise der Pinguine" werden Tiere meistens in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet. Doch auch bei Tier-Dokus gibt es ganz unterschiedliche Formate. Die Tiere werden zum Beispiel ganz realistisch gezeigt, wie in der SWR-Tierdokumentation "Im Staat aus morschem Holz - Das Jahr der Hornissen", oder aber wie bei "Die Reise der Pinguine" vermenschlicht: Zwei Pinguine kommentieren die Filmszenen aus dem Off so, als seien sie selbst Menschen.