Auswertung

Ist ein Film fertig produziert, beginnt die Phase der sogenannten Auswertung. Darunter versteht man die verschiedenen Wege, mit dem Film Geld zu verdienen. Man spricht auch von der Vermarktung. Spielfilme werden meistens erst im Kino gezeigt, dann auf Leih- und Kauf-DVD herausgebracht und später im Fernsehen ausgestrahlt. Dokumentarfilme laufen oft erst auf Festivals und anschließend direkt im Fernsehen.

Blu-Ray Disc

Die Blu-Ray Disc sieht aus wie eine DVD, kann aber zwölfmal mehr Daten speichern. Das Neue an ihr ist der blaue Laserstrahl, der die Daten auf die Disc brennt bzw. die Daten abspielt. Er ist viel feiner als der noch übliche rote Laserstrahl bei DVDs und nutzt den Platz auf der Disc besser aus. Der Effekt beim Anschauen: Die Qualität des Tons und der Bilder ist deutlich besser.

Director's Cut

Ein Film bekommt den Zusatz "Director's Cut", wenn die Regisseurin oder der Regisseur die Originalfassung des Films nach der Veröffentlichung noch einmal verändert hat. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manchmal sind Regisseurinnen oder Regisseure unzufrieden, wie der Film zusammengeschnitten wurde, welche Szenen drin sind und wie der Film endet. Denn bei vielen Kinoproduktionen haben die Produzenten das letzte Wort und für die ist wichtig, was sich an der Kinokasse gut verkauft. Manchmal wollen die Regisseurinnen und Regisseure auch einfach Szenen, die im Kino nicht zu sehen waren, doch wieder im Film haben. Ein "Director's Cut" erscheint meist erst Jahre nach den Kinostart.

DVD

Die DVD (Abkürzung für Digital Versatile Disc) ist mittlerweile das bevorzugte Speichermedium für Filme. Sie sieht aus wie eine CD, es passen aber etwa sechsmal mehr Daten darauf. Im Vergleich zur Video-Kassette hat die dünne Scheibe einige Vorteile: Auf eine DVD passen viel mehr Filmminuten, außerdem ist die Qualität der Bilder deutlich besser und zurückspulen muss man den Film auch nicht mehr. Eine Nachfolgerin der DVD steht aber schon in den Startlöchern: die Blu-Ray Disk.

Einschaltquote

Ein Kennzeichen für den Erfolg eines Filmes im Fernsehen ist seine Einschaltquote. Sie gibt Auskunft darüber, wie hoch der Anteil der Zuschauer ist, die den Film eingeschaltet haben. Hat ein Film eine Quote von zehn Prozent, heißt das: Von 100 Zuschauern, die zum Sendetermin Fernsehen geguckt haben, haben zehn den Film gesehen. Für Fernseh-Sender ist die Quote ihrer Sendungen sehr wichtig, vor allem für das Privatfernsehen. Je besser sie ist, desto mehr Geld können sie für Werbeclips verlangen.

Fernsehauswertung

Nachdem ein Film im Kino gelaufen ist, zeigt man ihn im Fernsehen. Das nennt man Fernsehauswertung. Manchmal sind TV-Sender an der Filmproduktion beteiligt, besonders bei Dokumentarfilmen. Dann haben die Sender das Recht, sie nach der Kinoauswertung als erste im Fernsehen auszustrahlen. Ist ein Sender nicht an der Produktion beteiligt gewesen, dann muss er die Fernsehrechte kaufen. Wie viel das kostet, richtet sich unter anderem nach der Zahl der Ausstrahlungen und danach, wie lange der Zeitraum ist, in dem der Film gezeigt werden darf.

Festivalauswertung

Festivals sind neben Kinos ein weiterer Ort, an dem Filme gezeigt werden, vor allem solche, die nicht bei großen Filmverleihen sind. Manche Filme, die dort Preise gewinnen, finden auf diesem Weg einen Filmverleih. In der Regel muss man sich um die Teilnahme an Festivals bewerben. Läuft ein Film auf vielen Festivals, spricht man von einer guten Festivalauswertung. Das wichtigste deutsche Filmfestival ist die Berlinale. Für Dokumentarfilme gibt es zum Beispiel das DOK.fest München, die DOK Leipzig oder die Duisburger Filmwoche.

Filmfassung

Schaut man sich einen Film zuerst im Kino und dann später im Fernsehen an, fällt oft auf, dass sich beide Versionen unterscheiden. Dann existieren von diesem Film unterschiedliche Filmfassungen. Meistens dauert die TV-Fassung nicht so lange wie die Kino-Fassung, das heißt einzelne Szenen wurden gekürzt. Von manchen Spielfilmen gibt es sogar noch eine dritte Fassung, die oftmals länger ist als die Kino-Fassung und die als DVD erscheint.

Filmkopie

Allein in Deutschland gibt es fast zweitausend Kinos. Damit ein Film zeitgleich in vielen Kinos gezeigt werden kann, fertigt der Filmverleih Kopien des Films an: die Filmkopien. Große Hollywood-Filme starten in Deutschland schon mal mit über 1000 Filmkopien, von kleineren Dokumentarfilmen gibt es manchmal nur zehn oder weniger Kopien. Sie können dann also nur in zehn Kinos zugleich gezeigt werden.

Filmverleih

Ist ein Film fertig, soll er natürlich von möglichst vielen Menschen im Kino gesehen werden und Geld einspielen. Darum kümmert sich der Filmverleih. Er kauft die Auswertungsrechte vom Produzenten und verleiht gegen Gebühr die Filmkopien für eine gewisse Zeit an die Kinos. Der Filmverleih ist auch zuständig für die Synchronisation und die Werbung, das heißt er produziert Trailer, druckt Plakate und kümmert sich um die Pressearbeit. Die meisten Filmverleihe haben sich auf bestimmte Genres von Filmen spezialisiert.

Kinoauswertung

Den Zeitraum, den ein Film im Kino läuft, nennt man Kinoauswertung. Ein Film hat eine gute Kinoauswertung, wenn er in vielen Kinos gleichzeitig gezeigt wird und dort viele Besucher ihn sehen wollen. Produktionsfirmen, Filmverleihe und Kino-Betreiber achten sehr genau darauf, wie ein Film bei den Besuchern ankommt. Spielt er nicht genug Geld ein, wird er schneller aus dem Programm genommen. Weitere Möglichkeiten, mit einem Film Geld zu verdienen, sind die Fernsehauswertung und das Merchandising.

Vor- & Abspann

Der Vorspann eines Film hat mehrere Funktionen: Er führt zum Thema des Films hin, ohne gleich alles zu verraten. Im Vorspann erfährt der Zuschauer den Filmtitel, bei längeren Filmen häufig auch die Namen der Hauptdarsteller, wer Regie geführt hat, wer den Film produziert hat und ähnliches. In der Regel werden die Beteiligten aber am Ende des Films genannt: im Abspann. Wessen Name hier steht, ist oft vertraglich festgelegt. Manche Vor- und Abspänne bestehen aus eingeblendeter Schrift, andere werden aufwendig mit Animationen und extra dafür gemachten Filmaufnahmen gestaltet, wie zum Beispiel bei Fernsehserien.