Bild-Ton-Schere

Der Film zeigt eine lachende Frau, der Kommentator spricht davon, dass Frau Meier sehr wütend ist. Bei Bild-Ton-Scheren passen die Aussagen von Bild und Text nicht zusammen, sie klaffen auseinander. Dadurch fällt es dem Zuschauer oder der Zuschauerin des Films schwer, dem Inhalt zu folgen.

Bildsprache

Wenn wir jemandem etwas sagen wollen, benutzen wir Worte, also die gesprochene Sprache. Filme dagegen transportieren ihre Botschaften nicht nur über die Dialoge der Schauspieler oder den Sprechertext, sondern zu einem wesentlichen Teil über die Bilder - die Bildsprache. Um mit dem Zuschauer zu "sprechen", hat man im Film unterschiedliche Möglichkeiten: die Einstellungsgrößen, die Kamerabewegungen und die Kameraperspektiven, aber auch die Montage und die Beleuchtung. Eine abwechslungsreiche oder außergewöhnliche Bildsprache macht den Film interessant und spannend.

Cliff-Hanger

Der Begriff (engl. "cliff" – Klippe, "to hang" – hängen) stammt aus der Tradition der Fortsetzungsromane, wird heute aber auch für Fernsehserien verwendet. Eine Folge mit Cliff-Hanger endet normalerweise auf dem Höhepunkt der Handlung und lässt Fragen offen, die in der nächsten Episode beantwortet werden. Der klassische Cliff-Hanger: In der letzten Einstellung hängt der Held an einer Klippe über dem Abgrund; ob er überlebt, wird erst in der nächsten Folge erzählt. Das soll die Zuschauer neugierig auf den Fortgang der Handlung machen. Manchmal enden auch Kinofilme mit einem Cliff-Hanger, weil es einen nächsten Teil gibt – wie zum Beispiel bei "Der Herr der Ringe", "Fluch der Karibik" oder "The Twilight Saga".

Dramaturgie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen: zum Beispiel chronologisch nacheinander oder mit Vor- und Rückblenden. Jeder Film hat eine bestimmte Erzählstruktur – die Dramaturgie. Eine gute Dramaturgie hat einen Spannungsbogen, der dafür sorgt, dass der Film für die Zuschauer bis zum Ende interessant bleibt. Bei Dokumentarfilmen, die oft ohne Drehbuch gefilmt wurden, wird oft erst im Schnitt über die endgültige Dramaturgie entschieden.

Erzählzeit / Erzählte Zeit

Die Erzählzeit ist die Zeit, die vergeht, bis eine Geschichte erzählt ist. Beim Film ist das einfach seine Dauer. Die Zeit, die innerhalb dieser Geschichte vergeht, nennt man erzählte Zeit. Ein Beispiel: Ein Filmteam begleitet eine schwangere Frau bis zur Geburt ihres Kindes. Der Dokumentarfilm erzählt später in 45 Minuten (Erzählzeit), wie die Frau die neun Monate (erzählte Zeit) verbracht hat.

Fiktional / Non-fiktional

Viele Filme, die wir uns im Kino oder im Fernsehen anschauen, haben eine erfundene Handlung mit Personen, die es im wirklichen Leben nicht gibt. Man spricht dann von fiktionalen Filmen. Das Gegenteil nennt man non-fiktionale Filme: Die erzählte Geschichte hat sich tatsächlich zugetragen und die Protagonisten gibt oder gab es wirklich. Dokumentarfilme zählen zu dieser Kategorie. Es gibt auch Mischformen, zum Beispiel der Spielfilm "Titanic". Er handelt zwar von einem realen Ereignis, erzählt dabei aber auch eine erfundene Liebesgeschichte. Manche Reality-Formate im Fernsehen wirken zwar wie eine wahre Begebenheit, die Handlung haben sich Drehbuchautoren aber ausgedacht.

Hauptdarstellerin, Hauptdarsteller

Schauspieler stellen im (Spiel-)Film die Personen dar. Wer die Hauptrolle spielt, wird Hauptdarsteller genannt. Im Dokumentarfilm gibt es in der Regel keine Darsteller, sondern Protagonisten. Denn im Dokumentarfilm geht es um reale Personen in der Wirklichkeit und nicht um fiktive Charaktere. In Geschichtsdokumentationen kommt es vor, dass historische Persönlichkeiten in kurzen Szenen von Schauspielern gespielt werden, um darzustellen, wie es früher war.

Interview

Im Interview befragt der Filmemacher oder die Filmemacherin seine Protagonisten, weitere Experten, prominente Beteiligte, aber auch einen ganz normalen Menschen zu dem Thema seines Films. Manchmal sind die Fragen im Film zu hören, manchmal stehen die Aussagen für sich. Bei einem Zeitzeugen-Interview befragt der Filmemacher oder die Filmemacherin eine Person, die ein historisches Ereignis selbst miterlebt hat. Zeitzeugen-Interviews liefern weniger allgemeine, objektive Informationen. Sie sollen dem Zuschauer eine persönliche, anschauliche Perspektive auf die Ereignisse vermitteln.

Mise-en-scène

Mise-en-scène kommt aus dem Französischen und bedeutet: "in Szene setzen". Der Ausdruck kommt aus der Filmwissenschaft und fasst alles zusammen, was für die Gestaltung einer Szene wichtig ist: die Kameraführung, das Licht, die Gestaltung des Drehorts und die Führung der Schauspieler.

Plot

Die Handlung des Films, also die Geschichte, wird auch Plot genannt. Dieser beschreibt auch mögliche Konflikte und die Beweggründe der Protagonisten und Protagonistinnen – also warum jemand wie handelt. Ein Beispiel: "Lukas und Maria gehen spielen und Peter geht ins Bett, weil er krank ist" ist ein – sehr kurzer – Plot, während "Lukas und Maria gehen spielen, Peter geht ins Bett " nur eine reine Ereignisabfolge ist.

Protagonist, Protagonistin

Die Hauptfiguren in einem Film nennt man Protagonistinnen oder Protagonisten. Das gilt für Dokumentarfilme und für Spielfilme (wobei hier auch "Hauptdarsteller / Hauptdarstellerin" üblich ist). Der Begriff Protagonist hat seinen Ursprung in der griechischen Tragödie und bedeutet "hauptsächlich Handelnde". In einem Spielfilm stellen Schauspieler die Protagonisten dar. Im Dokumentarfilm sind die gefilmten Menschen die Protagonisten. Sie müssen in keine Rolle schlüpfen, sondern sind sie selbst.