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Das Casting organisieren

Euer Interview-Thema steht fest und ihr habt auch schon Interview-Partner im Kopf?

Ihr habt tolle Themen für euren Kurzfilm ohne O-Töne gefunden und könnt euch auch schon vorstellen, wer dafür in Frage kommt?

Für eure Kurz-Doku gibt es schon massenhaft interessante Protagonisten, die für euer Thema in Frage kommen und unbedingt mitmachen möchten?

Zwei Darsteller sprechen für ihre Rollen vor; Rechte: imago/Stefan M Prager
Vorsprechen für eure Darsteller.

Jetzt wird es aber höchste Zeit für ein Casting! Denn blöderweise ist nicht jeder, der im echten Leben toll, witzig und schlagfertig rüberkommt, auch vor der Kamera so überzeugend. Probeaufnahmen helfen, hier Klarheit zu bekommen! Nichts ist frustrierender als eine tolle Filmidee, die durch nervöse Interview-Partner oder langweilige Protagonisten zu einem mittelprächtigen bis grausamen Filmergebnis mutiert. 

Tipps für die Probeaufnahmen

Beim Casting geht es nicht darum, Dieter Bohlen nachzueifern. Ganz im Gegenteil: Mit ein paar Tricks könnt ihr den Leuten vor der Kamera ihre Nervosität nehmen und die Dreharbeiten laufen direkt viel geschmeidiger ab.

Hier ein paar Tipps und Tricks, wie ihr bei Probeaufnahmen die Kamera vergessen macht und die Leute vor der Kamera dazu bringt, weniger eingeschüchtert zu sein.

Mädchen interviewt Sportler auf dem Sportplatz; Rechte: imago
Ihr filmt eine Szene. Jeder der Statisten kann sich in seiner Rolle ausprobieren.

Gespräche oder Interviews zu filmen sind gute Möglichkeiten, um herauszufinden, ob jemand kamerascheu ist oder "gut rüberkommt". Solche Probeaufnahmen lassen sich ganz einfach umsetzen. Neben der Kamera auf einem Stativ braucht ihr eigentlich nur zwei Stühle und eine paar "Props" eurer Wahl (was das ist, erfahrt ihr unten im Text). 

Tipps & Tricks

  1. Der Interviewer setzt sich dem Interview-Partner gegenüber, die Kamera steht neben dem Interviewer. Interviewer und Interview-Partner sollen sich immer beim Reden in die Augen schauen (das macht man ja auch sonst so).
  2. Nie direkt in die Kamera schauen / reden: Auch wenn es sich banal anhört: bittet euer Gegenüber, die Kamera einfach zu ignorieren. 
  3. "Props" (das ist die englische Abkürzung von "property" und bedeutet beim Theater und Film Requisiten) eignen sich gut, wenn jemand nervös ist und nicht weiß, wohin mit seinen Händen. Nehmt zu den Probeaufnahmen ein paar Gegenstände mit, zum Beispiel ein Stofftier, ein Comic-Heft, eine Mütze. Ermuntert eure Interview-Partner, sich die Sachen genauer anzuschauen oder anzuprobieren. 
  4. Als Interviewer nicht mit der Tür ins Haus fallen; am besten erst einmal Smalltalk machen: Redet zum Beispiel über das Wetter, über euren aktuellen Lieblingssong, über Fußballergebnisse oder über die mitgebrachten Gegenstände. 
  5. Wer die Kamera bedient, sollte am besten behaupten, dass er / sie nicht direkt los filmen, sondern dass erst einmal die Kamera richtig eingestellt werden muss. Tatsächlich aber habt ihr das natürlich schon vorher getan und könnt direkt auch den Smalltalk filmen. 
  6. Wenn ihr Interview-Fragen vorbereitet habt: Lest eure Fragen nicht ab, sondern versucht, ein ganz normales Gespräch zu führen. Wichtig: Den Interview-Partner ausreden lassen! Nicht dazwischen reden! Bei Versprechern oder bei Nicht-mehr-Weiterwissen: Einfach drüber lachen und diese Stelle noch einmal wiederholen. 

Seid nett, aber ehrlich in eurem Urteil: Wenn die Tricks nichts bewirken sollten und selbst nach der dritten Probeaufnahme keine Besserung in Sicht ist, dann solltet ihr über Alternativen nachdenken. Bedankt euch bei den Teilnehmern und sagt ihnen freundlich, warum ihr glaubt, dass sie für eure Filmidee nicht in Frage kommen.


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