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Filmförderung - Woher kommt das Geld?

Ohne Moos nix los ...

Viele verschiedene Euro-Banknoten; Rechte: mauritius
Einen Dokumentarfilm zu drehen, kostet ganz schön viel Geld.

Das Geld für die Produktion eines Films zu beschaffen, ist Aufgabe der Produzentinnen und Produzenten. Beim Dokumentarfilm produzieren die Filmemacherinnen und Filmemacher ihre Filme häufig selbst. Auch wenn sie manchmal Geld vorstrecken – mehrere Zehn- bis Hunderttausend Euro (denn so viel kostet in der Regel ein Dokumentarfilm) haben sie in der Regel nicht auf dem Konto. Sie müssen das Geld also von anderer Stelle bekommen. In Deutschland kommt der größte Teil des Geldes von Fernsehsendern und öffentlichen Förderanstalten.

Öffentliche Filmförderung

Ein Kamerateam vor dem Kölner Dom, Rechte: WDR, Frank Darius.
Dank der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen entstehen viele Filme in NRW - wie hier in Köln.

In Deutschland gibt es rund 15 Förderinstitutionen des Bundes und der Länder, die jährlich insgesamt mehr als 200 Millionen Euro vergeben. Ein Antragsteller reicht ein Projekt ein und eine Auswahlkommission entscheidet, ob er eine Förderung erhält.

Ohne die Mittel der Filmförderung wäre seit den 1970er Jahren kaum ein Kinofilm in Deutschland entstanden. Filmproduktionen sind Projekte, bei denen zum Zeitpunkt der Planung und Entstehung schwer vorhersehbar ist, ob die Kosten später wieder herein geholt werden und vielleicht sogar ein Gewinn erwirtschaftet wird. Bei einer Filmproduktion kann keiner vorher genau wissen, ob sich ein großes Publikum den fertigen Film anschauen wird. Und ob er es überhaupt in die Kinos schafft, denn manche Kinofilmproduktionen laufen nur im Fernsehen oder auf einigen Filmfestivals. Die meisten Filme sind an der Kinokasse nicht rentabel, das heißt, sie spielen weniger Geld ein, als sie gekostet haben.

Die deutsche Filmwirtschaft  – und besonders alle Filme jenseits des Mainstreams – ist deshalb abhängig von staatlicher Förderung.

Die Filmförderung selbst ist ein "bedingt zurückzahlbares Darlehen". Das heißt, zurückgezahlt werden muss nur dann, wenn der Film Gewinn macht. An die Förderung sind Bedingungen geknüpft. Die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen hat zum Beispiel einen "NRW-Effekt" eingebaut: Für jeden Euro Förderung muss mindestens 1,50 Euro in Nordrhein-Westfalen ausgegeben werden. Das heißt in der Regel, dass Teile des Films in Nordrhein-Westfalen gedreht oder in Studios im Land bearbeitet werden. So fördert die Filmstiftung auch den Wirtschaftsstandort NRW.

Wichtig sind der Filmstiftung aber vor allem kulturelle und künstlerische Gründe. Film ist ein Kulturgut, das es zu schützen gilt. Wer sich das Kinoprogramm einmal genauer anschaut, wird feststellen, dass amerikanische Filme in der Mehrzahl sind. Durch die Filmförderung sollen deutsche Filme entstehen, die im besten Fall auch im Ausland wahrgenommen werden. Ziel der Filmförderung ist die Unterstützung künstlerischer und kulturell wertvoller Spiel- und Fernsehfilme benachteiligter Gattungen wie Dokumentar- und Kurzfilm. Insgesamt vergibt die Filmstiftung NRW als größte Länderförderung jedes Jahr rund 34 Millionen Euro.

Insgesamt vergibt die Filmstiftung NRW als größte Länderförderung jedes Jahr rund 34 Millionen Euro.

Gefördert werden in Deutschland alle Schritte der Filmherstellung und Auswertung: Es kann also Geld für die Entwicklung einer Filmidee geben genauso wie für die Produktion oder für den Verleih. Außerdem unterstützt die Filmförderung einzelne Kinos, Programmreihen und Filmfestivals.

Neue Produktionen dank Filmpreis

Die "Goldene Lola" auf hellem Hintergrund; Rechte: dpa
Die besten Kinder-, Dokumentar- und Spielfilme werden jedes Jahr mit der "Goldenen Lola" ausgezeichnet.

Mit dem Deutschen Filmpreis zeichnet die Bundesregierung jedes Jahr die besten neuen Spiel-, Dokumentar- und Kinderfilme aus. Für die Auszeichnungen stellt der Kulturstaatsminister insgesamt fast drei Millionen Euro zur Verfügung. Damit ist der Deutsche Filmpreis der höchst dotierte deutsche Kulturpreis. Der Gewinner der "Goldenen Lola", so heißt der deutsche "Oscar", darf sich über eine halbe Millionen Euro freuen. Und sogar schon die Nominierung bringt Geld: Wer in der Kategorie Dokumentarfilm zu den Auserwählten zählt, erhält 100.000 Euro. Die Auszeichnung und die Nominierungen sind Teil der staatlichen Filmförderung. Die Preisgelder müssen nämlich in neue Filme investiert werden, so dass der Deutsche Filmpreis nicht nur öffentliche Anerkennung, sondern auch wichtige Fördergelder für zukünftige Projekte einbringt.

Viele Töpfe für einen Film

Weil jede Förderanstalt nur eine begrenzte Summe genehmigt, werden die meisten deutschen Kinofilme in Koproduktion von mehreren Förderinstitutionen und Fernsehsendern produziert. Mittlerweile finden sich sogar immer häufiger Produzenten aus verschiedenen Staaten zusammen, um gemeinsam ein Filmprojekt ins Leben zu rufen.

Fernsehsender, vor allem öffentlich-rechtliche, sind wichtige Partner der Filmproduktion geworden. Es gibt reine Auftragsproduktionen, die komplett von den Fernsehanstalten finanziert und als Fernsehfilme ausschließlich dort gezeigt werden. Von den Sendern mitfinanzierte Filme, sogenannte Kino-Koproduktionen, gelangen zunächst über die Verleiher in die Kinos, bevor sie nach Ablauf einer bestimmten Sperrfrist im Fernsehen ausgestrahlt werden dürfen.

Manchmal helfen auch andere Partner und Institutionen, einen Film zu finanzieren. Firmen, Einrichtungen oder Vereine, denen ein Thema am Herzen liegt, spenden Geld oder helfen bei der Ausrüstung. Manchmal fördern sie auch Filmvorführungen mit Filmen zu Themen, die ihnen wichtig sind.

Firmen und Unternehmer unterstützen Filmproduktionen auch häufig auch deshalb, weil sie sich Werbung dadurch erhoffen, dass sie im Abspann genannt werden oder ihre Produkte im Film auftauchen.

Solche Unterstützungen können die öffentliche Filmförderung natürlich nicht ersetzen. Vor allem auch deshalb, weil sie nur das fördern, was ihren Interessen entspricht.


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