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Sichten, auswählen, zusammenfügen – Schnitt & Montage

Die Dreharbeiten sind abgeschlossen. Alle Bilder sind im "Kasten". Um das Ergebnis einschätzen zu können, wird als nächstes das gesamte Filmmaterial gründlich gesichtet - also (mehrmals) komplett durchgeschaut. Damit der Film später auch verständlich ist, werden einzelne Szenen ausgewählt und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Die Filmemacher fragen sich dann: Mit welchen Einstellungen lässt sich meine Geschichte gut erzählen? Welche Einstellungen sind besonders aussagekräftig für meine Filmidee? Ist alles ausgewählt und geordnet, wird der Film geschnitten. Das ist die Aufgabe der Schnittmeister, die auch Cutter genannt werden (vom Englischen "to cut": schneiden).

Ein Mann arbeitet an einem analogen Schnittgerät; Rechte: dpa
Ein Schnittplatz in vergangenen Tagen: Filmstreifen mussten mit der Hand geschnitten werden.

Früher arbeitete die Schnittmeisterin oder der Schnittmeister noch direkt mit Filmrollen. Jede einzelne Szene wurde an speziellen Schneidetischen mit der Hand geschnitten und geklebt, bis der Film fertig war. Heute gibt es keine Filmrollen mehr – die Filme werden digital aufgenommen und später am Computer mit speziellen Schnittprogrammen bearbeitet. Ob Schere oder Mausklick, das Wesentliche ist gleich geblieben: Die ausgewählten Aufnahmen werden zu einzelnen Szenen und dann zu einem fertigen Film zusammen montiert. Deshalb wird der Schnitt auch Montage genannt.

Der Wochenendausflug ans Meer hat zwei Tage gedauert? Im Film wird er in Minuten erzählt. Ereignisse, die in Wirklichkeit eine längere Zeit in Anspruch nehmen, werden im Film oft zeitlich eingedampft. Fachleute sprechen hier von dem Unterschied zwischen "Erzählzeit" und "erzählter Zeit". Auch Ortswechsel, zum Beispiel vom Strand zurück nach Hause, müssen im Film nicht bis ins Detail wiedergegeben werden. Wichtig ist nur, dass der Zuschauer der Geschichte trotz der "Sprünge" problemlos folgen kann – und genau das leistet der Schnitt.

Der Schnitt bestimmt auch den Rhythmus eines Films und beeinflusst seine Wirkung auf die Zuschauer. Ob ein Film später spannend oder eher ruhig wirkt, liegt eben nicht nur am gefilmten Inhalt, sondern wesentlich auch an der Art und Weise, wie das Filmmaterial zusammen montiert wird. Die Cutter arbeiten dafür mit verschiedenen Montage-Techniken.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten einen Film zu schneiden. Deswegen ist der Schnitt für die Filmemacher ein ganz persönliches Ausdrucksmittel.

Bei Fernsehproduktionen ist der Redakteur neben dem Cutter für den Filmemacher die wichtigste Ansprechperson. Der verantwortliche Redakteur oder die Redakteurin entscheidet, ob der Film für den Zuschauer verständlich und nachvollziehbar ist und ob der Film so ausgestrahlt werden kann.

Ein Mädchen streckt dem Betrachter die Zunge raus; Rechte: WDR

Ideen verwerfen

Nicht alles, was im Exposé oder Treatment inhaltlich einmal angedacht war, wird letztlich auch im Film umgesetzt. Der Film "Ednas Tag" zum Beispiel sollte eigentlich ganz anders enden. Schaue selbst…

Die Filmemacherin Bettina Braun; Rechte: WDR

Rein oder raus?

Die Herangehensweise beim Schnitt kann ganz unterschiedlich sein. Warum manchmal auch wichtige Szenen wieder herausfallen und welche Gedanken sich Filmemacherin Bettina Braun bei „Nick und Tim“ gemacht hat, erklärt sie an einem Beispiel.

Der Filmemacher Bernd Sahling; Rechte: WDR

Qual der Wahl

Für einen Film gibt es meist viele verschiedene Schnittfassungen bis die beste Variante gefunden wird. Wie das ablaufen kann, erzählt Filmemacher Bernd Sahling am Beispiel von "Ednas Tag".


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